Zorn und Morgenröte - Rezension

[Auf den Punkt gebracht: Hochgestapelt] Zorn und Morgenröte von Renée Ahdieh

Zorn und Morgenröte

Infos zum Buch „Zorn und Morgenröte“ von Renée Ahdieh:

Verlag: ONE (Bastei Lübbe)
Seiten: 400
ISBN: 978-3846600207
Erscheinungsdatum: 12. Februar 2016
Originaltitel: The Wrath and the Dawn
Übersetzer: Dietmar Schmidt
Reihe: ja (1/2)
Meine Bewertung: 5 Karlys + Karlys Schätzestapel

Inhalt: Shahrzad hat ihre beste Freundin verloren und will nur noch eines: Rache. Deswegen meldet sie sich freiwillig, um den jungen Herrscher zu heiraten, der jede seiner willkürlich ausgesuchten Bräuter direkt nach der Hochzeitsnacht hinrichten lässt. Doch Shahrzad hat nicht vor zu sterben, denn sie möchte den Mann töten, der ihre Freundin hingerichtet hat. Und so erzählt sie ihm eine Geschichte und bekommt damit einen Tag Aufschub und es folgen weitere. Doch mit jeder Geschichte und Nacht, die vergeht, muss sie erkennen, dass Chalid nicht der Tyrann ist, für den ihn alle halten…

 

Ein Pageturner mit einer wortgewandten Protagonistin und viel 1001-Nacht-Atmosphäre

 

Der Story-Stapel

Erster Satz: „Niemand sehnte den Sonnenaufgang herbei“

Die Geschichte hält sich nicht mit viel Vorgeplänkel und Einführungen in diese 1001-Nacht-Welt auf. Die vielen orientalischen Begriffe haben mich dabei anfangs oft ins Glossar schauen lassen, um eine wirkliche Vorstellung zu bekommen. Und auch wenn der Anfang des Buches den Leser direkt in die Geschichte hineinwirft, habe ich doch einige Seiten gebraucht, um in diese Welt einzutauchen. Doch von da an klebte ich an den Seiten und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Außerdem beschäftigte mich die Geschichte selbst nach dem Weglegen noch. Ich wollte ebenso wie Shahrzad ergründen, was das Geheimnis von Chalid ist und genoss ihr Wortgewandtheit unglaublich. Gleichzeitig brodelt es mächtig unter der Oberfläche und bricht am Ende auch aus. Somit bleibt man als Leser atemlos zurück, auch wenn das Ende rund gewählt ist, sollte man Band 2 besser schon bereitliegen haben.

 

Der Charakter-Stapel

Ich bin ein Fan von taffen weiblichen Charakteren, die sich nicht hinter anderen verstecken und die vor allem mit Worten überzeugen können. Genauso ein weiblicher Charakter ist Shahrzad. Sie ist zwar in gewisser Weise fast schon zu perfekt und doch vergaß ich ihr großartiges Aussehen oft, da sie wenig Wert darauflegte, sondern ich viel mehr auf das Bogenschießen und ihr loses Mundwerk achtete. Und besonders letzteres hat mich zum Schmunzeln gebracht und oft auch sprachlos gemacht. Großartig – gerne mehr von diesen starken weiblichen Charakteren, die wissen, was sie wollen. Auch ihre Magd Despina ist von diesem Schlag und die beiden waren jederzeit auf einer Länge, wenn sie miteinander gesprochen haben.

Chalid, der Kalif – ist dagegen viel ruhiger und natürlich geheimnisvoller. Und auch wenn er gewiss kein weißes Blatt ist, so konnte ich Shahrzad und die anderen Charaktere, die irgendwie doch zu ihm standen, verstehen. Denn auch mich konnte er von sich überzeugen, auch wenn auch ich erst spät den einen Schlüssel zu seinen Geheimnissen bekommen habe.

 

Der Stil-Stapel

Das Buch las sich anfangs wegen der vielen fremden Begriffe etwas schwer und oft musste das Glossar zur Hilfe geholt werden. Doch nach ca. 100 Seiten hat sich dies verflüchtigt, der Lesesog wurde stärker und man flog durch die Seiten, konnte sich von schönen Worten verzaubern lassen, die Schlagfertigkeit genießen und einfach in eine orientalische Welt eintauchen.

 

Der Kritik-Stapel

Ich liebe das Buch – wirklich! Ich bin durch die Seiten gerauscht, konnte es kaum weglegen und wenn ich es doch musste, malten die Worte Bilder in meinem Kopf. Ich verstehe die kritischen Stimmen, dass Chalid ein brutaler Mörder ist und die Beziehung zu Shahrzad anfangs nur bedingt auf Freiwilligkeit beruhte, aber dennoch konnte das mein Empfinden beim Lesen nicht trüben. Und ich grübel darüber nach, ob Geschichten immer eine reine Weste benötigen, um gut zu sein. Für mich ganz persönlich nicht, denn am wichtigsten ist in meinen Augen, dass solche Geschichten stets reflektiert betrachtet werden und dann kann man sich auf den Lesesog einlassen und genießen kann.

 

 

Auf den Lesen-Stapel?

Ja – das Buch ist großartig und für Freunde von Liebesgeschichten, 1001 Nacht, Jugendbüchern und Fantasyromanen auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Shahrzad ist ein starker, schlagfertiger weiblicher Charakter, der einfach Spaß macht und dem Buch die richtige Würze gibt. Außerdem besitzt die Geschichte eine ganz eigene Atmosphäre, die einfach nur verzaubert und in die man abtaucht, genießt und eigentlich nie wieder auftauchen möchte. Von mir gibt es volle 5 Karlys und den sicheren Platz auf Karlys Schätzestapel.

KarlyKarlyKarlyKarlyKarly – 5 Karlys  & Karlys Schätzestapel

 

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2 comments on “[Auf den Punkt gebracht: Hochgestapelt] Zorn und Morgenröte von Renée Ahdieh

  1. Hallo Anna,

    das habe ich gar nicht so mitbekommen, dass Chalid wg. der Morde gar so kritisiert wurde. Es entspricht nun mal auch der Märchenvorlage, daher hat’s mich überhaupt nicht gestört. Da geht’s halt oft brutal zu. Jedenfalls freut es mich, dass dir das Buch ebenso gut gefallen hat.

    Liebe Grüße & schöne Ostern,
    Nicole

    1. Hey Nicole,

      ja ich hatte einige kritische Stimmen dazu gelesen, aber du hast recht, wenn es sich an der Märchenvorlage orientiert und Märchen sind ja schon sehr brutal, dann passt es irgendwie auch zur Geschichte. Und ja, ich fand das Buch richtig klasse!

      Alles Liebe und dir auch schöne Ostern,
      Anna

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