[Interview] Anna plaudert mit… Tina Videkiss

Ich wurde vor einiger Zeit von der lieben Tina Videkiss per E-Mail bezüglich ihres Buches „Das Mädchen mit den Augen aus Gold“ kontaktiert. Das Buch klang sehr interessant und die Leseprobe konnte mich vollends überzeugen, es zu lesen. 🙂 Meine Rezension zu „Das Mädchen mit den Augen aus Gold“ findet ihr bereits auf Annasbuecherstapel. Und ich kann es euch direkt empfehlen – es ist ein wunderschöner Fantasy-Schmöker! 🙂

Außerdem hat sich auch Tina bereit erklärt, mir einige Fragen zu beantworten. Herauskam ein schönes und langes Interview, so dass ihr diese sympatische deutsche Autorin kennen lernen könnt und vielleicht auch neugierig auf ihr Buch werdet. 🙂

Tina Videkiss

 

Anna: Bitte stelle dich meinen Lesern kurz vor: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Tina: Ich war schon immer ein leidenschaftlicher Träumer. Schon als Kind hatte ich die fantastischsten Abenteuer im Kopf, jede Wolke war ein Schloss und jede verschwundene Socke ein Indiz für ein Schlossgespenst 😉 Die Liebe zu Büchern war unvermeidbar – so viele Helden und Abenteuer! Selbst zu schreiben kam mir aber nie in den Sinn. Ein Klassenkamerad brachte mich auf die Idee. Bei einem gemütlichen Abend meinte er plötzlich zu mir: „Tina, eines Tages werde ich ein Buch in der Hand halten und dein Name wird darauf stehen“. Dieser eine Satz hat mich nicht mehr losgelassen. Es dauerte zwar noch einige Jahre, bis ich es in die Tat umsetzen würde, aber seitdem ich meine erste Zeile geschrieben habe, ist es um mich geschehen. Heute möchte ich das Schreiben nie mehr missen. Es ist, als hätte meine Fantasie endlich einen Weg gefunden meinen Kopf zu verlassen und ein kleines bisschen Realität zu werden.
(Wer es ganz genau wissen will, kann sich gerne den Artikel „Wie alles begann“ auf meinem Blog durchlesen.)

 

Anna: Wie wichtig sind dir Rezensionen? Liest du sie? Wie gehst du mit Kritik um?

Tina: Rezensionen und Feedback sind toll und sehr wichtig für mich. Sie zeigen mir, wo meine Stärken liegen – aber auch meine Schreibschwächen. Als Autor ist es teilweise sehr schwer genügend emotionalen Abstand zum eigenen Werk zu haben, um das zu erkennen. Ich lese Rezensionen sehr gerne (da die Reaktionen auf mein Buch überwiegend positiv ausfallen, bin ich in dieser Hinsicht auch ein wenig verwöhnt ;)) und freue mich über jeden Kommentar, mache davon aber nicht mein persönliches Schreibglück abhängig. In erster Linie schreibe ich meine Geschichten für mich – wenn es anderen gefällt, erfüllt mich das mit stolz, wenn nicht, ist es auch ok. Außerdem ist es wirklich irre, wie unterschiedlich Leser mein Buch wahrnehmen. Ich hatte tatsächlich schon den Fall, dass mir jemand geschrieben hat: „Also, der Teil hat mir jetzt gar nicht zugesagt, das hättest du ruhig weglassen können“, ein paar Tage später bekomme ich Post, die in etwa so lautete: „Boa, der Teil war sooooo gut – und wichtig für die Geschichte! Oh Mann, zum Glück hast du das mit aufgenommen!“ Meinungen sind also immer subjektiv, das darf man nicht vergessen.

 

Anna: Wo sammelst du die Ideen für deine Bücher? Haben persönliche Erlebnisse Einfluss darauf?

Tina: Inspiration finde ich überall. Im Kino, in Büchern, im Alltag, in der Bahn, auf der Straße. Manchmal weiß ich gar nicht, wo ich anfangen und aufhören soll. Eine Geschichte beginnt für mich oft mit einer Idee, die in mir so ein bestimmtes Gefühl auslöst, das mir sagt: Das hat Potential! Diese Idee lasse ich dann erst einmal eine Weile in meinem Kopf ihr Unwesen treiben. Meist dauert es nicht lange bis die nächste Idee dazukommt und noch eine und noch eine. Wenn ich dann die schemenhaften Umrisse einer Geschichte sehen kann, fang ich an zu schreiben. Die Details ergeben sich dann während der Arbeit.
Persönliche Erlebnisse spielen natürlich immer eine große Rolle – am besten schreibt man über die Dinge, die man kennt.

 

Anna: Gibt es ein besonders schönes/skurriles/lustiges Erlebnis das du als Autorin hattest?

Tina: Das Schönste, womit ich ehrlich gesagt gar nie gerechnet hätte, sind die vielen interessanten und wundervollen Menschen, die ich durch die Veröffentlichung meines Buches kennen gelernt habe. Leser, Blogger, andere Autoren. Das ist neben dem Schreiben bisher das schönste Erlebnis.

 

Anna: Erzähle uns aus deinem Alltag als Autorin: Wie läuft ein Tag ab? Was gefällt dir besonders an deinem Beruf?

Tina: Leider oder zum Glück (sonst würde ich wahrscheinlich wochenlang das Haus nicht mehr verlassen) schreibe ich nur nebenher als Hobby. Das heißt unter der Woche meist abends oder am Wochenende.

Aber ich kann euch gerne einen Tag während meiner Hochphase schildern:

– Verschlafen, da bis spät in die Nacht geschrieben
– Auf dem Weg zur Arbeit fest vornehmen, heute nicht zu schreiben und mal früh ins Bett zu gehen
– Während der Arbeit die ganze Zeit an den nächsten Kaffee und ans Weiterschreiben denken
– Zuhause schnell etwas essen und beiläufig den Laptop hochfahren
– Sich einreden, dass es sicher nicht schaden kann, ein wenig korrekturzulesen – nur ein bisschen
– Schwach werden und nach zwei Seiten korrekturlesen noch fünf weitere schreiben
– dem Partner sagen, dass man gleich fertig ist und der besten Freundin versprechen, dass man morgen auf jeden Fall anruft
– Schreiben
– Schreiben
– Erschrecken, weils so spät ist und sich zwingen endlich den Laptop herunterzufahren
– Halbtot ins Bett fallen und mit dem Gedanken einschlafen, dass man morgen eine Schreibpause (dieses Mal aber wirklich!) einlegt

Oh Mann, was für ein Suchtverhalten. Momentan genieße ich eine kleine Schreibpause – und erhole mich von meinem letzten Trip 😀

Am besten am Schreiben gefällt mir das Eintauchen. Wenn ich schreibe, dann verschwindet alles um mich herum und ich bin wirklich da. Ich bin da zwischen den Zeilen und kämpfe, leide und liebe mit meinen Helden als wäre es mein eigenes Schicksal.

 

Anna: Was hat dich zu dem Buch “Das Mädchen mit den Augen aus Gold” inspiriert?

Tina: Eine Dokumentation über Afrika. Es ging um einen Vulkanausbruch in der afrikanischen Steppe. Die Asche schwebte wie verbrannte Schneeflocken durch die vor Hitze flimmernde Luft, während ein Löwe durch das ausgebrannte Land trottete. In einer Szene schaute das Tier direkt in die Kamera und ein Windstoß wirbelte die Asche um ihn herum. Dieses Bild hat mir den Atem stocken lassen. Es war so intensiv und unglaublich schön, dass ich dem Drang schließlich nicht mehr widerstehen konnte und es aufschreiben musste. Aus dem verbrannten Land ist das Königreich Anastis geworden und der Löwe hat seinen Weg ebenfalls in meine Geschichte gefunden. Das war die allererste Szene, die ich für mein Buch geschrieben habe. Der Rest kam dann nach und nach.

 

Anna: Könntest du dir vorstellen, zu „Das Mädchen mit den Augen aus Gold“ irgendwann eine Fortsetzung zu schreiben? Entweder um Felis weiter zu begleiten oder einen der anderen Charaktere?

Tina: Auf jeden Fall! In meinem Kopf reihen sich die Ideen schon wieder wie Ketten aneinander. Ich habe Felis, meine Heldin, so sehr ins Herz geschlossen. Ich kann sie nicht loslassen. Noch nicht. Salem wird auch mit von der Partie sein. Und Josua. Der muss auch mit.
Aber wann ich wieder weiterschreiben werde, weiß ich noch nicht. Ich muss erst einmal Kraft tanken und mich ein wenig in der Welt des Bloggens ausprobieren.

 

Anna: Wie kam es zum Titel des Buches? War das deine Idee und wieso genau dieser Titel?

Tina: Wegen der Legende von dem schwebenden Königreich, das Felis und Salem suchen, lautete mein Titel ursprünglich „Das Schloss im Himmel“. Da es aber einen Film gibt, der so heißt, habe ich mich für den Titel „Das Mädchen mit den Augen aus Gold“ entschieden. Meine Protagonisten hat goldene Augen, der Titel war nahe liegend. Er verrät zwar, um wen es geht, macht aber trotzdem neugierig.

 

Anna: Wie bist du auf Mephisto als große Katze gekommen? Hast du selber Katzen?

Tina: Ja, ich bin mit zwei Katzen groß geworden, die mich durch meine Kindheit, Teeniezeit und in das Erwachsenwerden begleitet haben. Beide sind sehr alt geworden, leben aber leider seit ein paar Jahren nicht mehr.
Dieses Gefühl der Freundschaft und das Vertrauen zwischen Tier und Mensch wollte ich unbedingt in meine Geschichte einbauen. So erschien Mephisto, der große schwarze Kater, auf der Bildfläche und wenn ich die vielen positiven Rückmeldungen betrachte, ist er für viele Leser der heimliche Held meines Buches 😉

 

Anna: Vom Gefühl her hätte ich gerne noch einmal 200 Seiten mehr für das Buch, die Geschichte und diese Welt gehabt. Wonach richtet sich die Seitenzahl bei dir? Schreibst du einfach drauf los oder hast du eine ungefähre Zahl im Kopf?

Tina: Erst einmal, schön, dass du gerne 200 Seiten mehr gelesen hättest – das ist toll 🙂
Ich schreibe einfach drauf los. In diesem Buch hat sich auch das Meiste recht spontan ergeben. Ich hatte nur die ungefähren Eckpunkte der Geschichte im Kopf.
Im Grunde hätte ich mit der Welt, die ich geschaffen habe, sicherlich 600 Seiten oder mehr füllen können, aber irgendwann kam der Moment, in dem ich wusste, hier ist meine Geschichte erzählt und dieser Teil zu Ende.

 

Anna: Hyra ist ein Land mit 4 Königreichen. Die Protagonisten Felis ist jedoch aus einem Wald-Reich, das ebenfalls in Hyra liegt, wieso ist sie nicht aus einer der Städte?

Tina: Ein Wald ist für mich pure Magie. Und ein absoluter Wohlfühlort. Ich wusste von Anfang an, dass meine Heldin auf gar keinen Fall aus einer Stadt sein würde. Sie würde aus einem mystischen Wald kommen und von einem geheimisvollen Volk mit goldenen Augen abstammen, das seine Behausungen in Baumkronen baut.
Wenn ich könnte, würde ich wahrscheinlich selbst so leben – aber da sich das schwierig gestaltet, sollte wenigstens Felis die Möglichkeit haben 😉

 

Anna: Wem würdest du dein Buch empfehlen?

Tina: Jedem Abenteurer, der High Fantasy mit einem Hauch Romantik mag.

 

Anna: Gibt es schon Pläne zu einem nächsten Buch auf das wir uns freuen dürfen? Kannst du schon etwas darüber verraten?

Tina: Ja, auf jeden Fall! Ich spiele sogar mit dem Gedanken noch zwei weitere Bände zu schreiben. In meinen Fingern kribbelt es schon richtig und mir kommt eine Idee nach der anderen.

Ich kann ja mal ein bisschen erzählen, was mir für den zweiten Teil so vorschwebt: Mit von der Partie sind Felis, Salem und Josua – das ist ganz klar. Dieses Mal wird es auf ein Schiff weit über Hyras Grenzen hinaus gehen. Piraten (ich liebe, liebe, liebe sie xD) werden eine sehr große Rolle spielen, es wird eine geheimnisvolle Insel geben, bewohnt von einem Volk, das stark an die Kultur der Mayas angelehnt sein wird und vielleicht kommt noch ein Fluch dazu. Mal sehen, mal sehen. Ich werde euch auf meinem Blog auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.

Der dritte Teil wird dann wieder in Hyra spielen – die Frage ist nur, wer von meinen Helden es unbeschadet zurück in das Land der Vier Königreiche schaffen wird. Spannend, sehr spannend 😉

Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg voller Buchstaben und bestimmt wieder sehr langen Nächten 😉

 

Anna: Die Buchmesse in Frankfurt steht vor der Tür. Kann man dich dort live treffen?

Tina: Auf jeden Fall. Hallen voller Bücher – das kann ich mir nicht entgehen lassen 😉 Ich werde allerdings als Besucher da sein, bin aber natürlich gerne offen für interessante Gespräche oder Treffen. Wer möchte, darf mich gerne anmailen (mail@tina-videkiss.de).

 

Anna: Du hast das letzte Wort.

Tina: Vielen Dank, Anna, für das interessante Interview und dass ich mich vorstellen durfte. Ich wünsche jedem Leser meiner Geschichte viel Spaß und freue mich von euch zu hören. Vielleicht sieht man sich ja auf der Buchmesse 🙂

 

 

Das Buch und meine Rezension:

Das Mädchen mit den Augen aus Gold

2 comments on “[Interview] Anna plaudert mit… Tina Videkiss

    1. Hallo Loralee,

      danke für die Rückmeldung und schön, dass dir das Interview gefallen hat. 🙂 Viel Spaß mit dem Buch!

      Liebe Grüße,
      Anna

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