Winterseele. Kissed by Fear - Rezension

[Auf den Punkt gebracht: Tiefgestapelt] Winterseele. Kissed by Fear von Kelsey Sutton

Winterseele - Kissed by Fear

Infos zum Buch „Winterseele. Kissed by Fear“ von Kelsey Sutton:

Verlag: Ravensburger Buchverlag
Seiten: 352
ISBN: 978-3473585083
Erscheinungsdatum: 19. April 2017
Originaltitel: Some Quiet Place
Übersetzer: Ursula Held
Reihe: ja (1/?)
Meine Bewertung: 3 Karlys

Inhalt: Elizabeth ist kein normaler Mensch. Denn sie besitzt die Gabe, Gefühle in menschlicher Gestalt zu sehen. Und doch halten sich all jene Gefühle wie Sehnsucht, Neugier und Mitleid von ihr fern, denn Elizabeth zeigt als einzige keine Reaktion auf ihre Berührungen. Einzig Fear, der Angst verbreitet, bleibt an ihrer Seite, denn er ist besessen davon herauszufinden, welche Macht Elizabeth zu dem gemacht hat, was sie ist…

 

Tolle Idee mit schwacher, inkonsequenter Umsetzung

 

Der Story-Stapel

Erster Satz: „Fear kommt.“

Die Geschichte ist wirklich mal was anderes. Gefühle und Elemente, die menschlich sind und die denjenigen berühren, der dieses Gefühl erlebt und trotzdem unsichtbar in einer Art Parallelebene leben – genial. Und auch die Geschichte um Elizabeth, die gar keine Gefühle fühlt liest sich eher wie ein Thriller. Und dennoch hat das Buch so seine Höhen und Tiefen, wenn es um die Spannung geht. Mal zieht die Geschichte rasant an, dann vergehen wieder Seiten, ohne, dass wirklich was passiert. Durch die emotionslose Art von Elizabeth, die ja nur logisch ist, sind für mich die Gefühle des Liebesdreiecks aber auch nicht rübergekommen.

Am Ende erfährt die Geschichte viel Auflösung, bekommt aber im letzten Kapitel auch noch einen langatmigen Hänger. Die spannenden Stellen konnte das ganz gut aufwiegen und die Geschichte ist rund, hat aber dennoch einige Schwächen im roten Faden.

 

Der Charakter-Stapel

Elizabeth ist ein krasser Charakter. Die Tatsache, dass sie nicht fühlen kann, überflügelt das gesamte Buch. Ich emotionslose, pragmatische Art ist teilweise echt heftig, aber auch logisch. Gleichzeitig wirkt sie aber auch sehr starrköpfig und ein wenig so, als wäre sie stolz auf diese Gefühlslosigkeit, obwohl sie oft was anderes sagt. Mit dem Verlauf der Geschichte merkt man dann aber doch, dass mehr in ihr steckt und sie einen neuen Ehrgeiz darin entwickelt, mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren. Trotzdem ist sie mir im Buch nie nahegekommen. Ich habe sie mit der gleichen Distanz betrachtet, wie sie die Dinge betrachtet hat. Das führte manchmal auch dazu, dass mir ihr Schicksal egal wurde.

Hinzu kam eine etwas konstruierte Dreiecksgeschichte, die aber weder bei Fear noch bei Joshua wirklich Gefühle rüberbringt. Nur die beiden zeigen Gefühle, aber auch sehr eingeschränkt, so dass man hier nicht wirklich Emotionen gespürt hat.

Dafür gab es andere Szenen mit anderen Charakteren, die emotional hängen geblieben sind.

 

Der Stil-Stapel

Der Schreibstil ist so nüchtern wie Elizabeth emotionslos ist. Das ist meist sehr passend, sorgt aber auch dafür, dass es mir schwer viel, Verbindungen zu den Charakteren aufzubauen und auch, wirklich mitfiebern zu können. Manchmal passiert viel, dann gab es wieder sehr langatmige Stellen, wo man nur auf der Stelle getippt ist. Ansonsten liest es sich soweit flüssig und auch die kursive Darstellung der Emotionen war nicht holprig. Ein wenig bin ich natürlich darüber gestolpert, dass nun ausgerechnet die Angst, also „Fear“ nicht übersetzt wurde. Ja, Angst klingt natürlich nicht so eindrucksvoll und ist im Deutschen weiblich, aber irgendwie erschien mir das inkonsequent. Außerdem nicht wirklich geradlinig war, dass es neben Gefühlen und Elementen plötzlich noch andere Dinge gab, die plötzlich die menschliche Gestalt erhielten und für Elizabeth sichtbar wurden, ohne, dass ich da eine wirkliche Logik erkennen konnte. Auch das Finale überzeugt nicht vollständig, sondern stiftet eher Verwirrung.

 

Der Kritik-Stapel

Ein Hoch und Runter bei der Spannung und die Tiefs waren teilweise sehr langatmig. Hinzu kam, dass die Dreiecksgeschichte absolut konstruiert und emotionslos wirkte, so dass hier kein bisschen der Funken übergesprungen ist.

Die Idee ist super – Emotionen in menschlicher Gestalt, die durch Berührung arbeiten und eine Protagonistin, die die Emotionen zwar sieht, aber nicht fühlt. Auch die Richtung, dass sie versucht zu ergründen, wieso es so gekommen ist, war sehr interessant zu lesen und doch wirkte der „Böse“ etwas erzwungen und für mich wieder unpassend.

 

 

Auf den Lesen-Stapel?

Man kann das Buch lesen, keine Frage. Die Idee ist richtig gut und doch gab es für mich zu viele Stellen, die ich kritisch sehe und zu wenig Emotionen zum Buch und im Buch. Das sorgt dafür, dass ich ebenso emotionslos gegenüber dem Buch geblieben bin und ich sage, für mehr als 3 Karlys reicht es einfach nicht. Die langatmigen Stellen waren einprägsamer als die spannenden und die Aufklärung zwar ausführlich und rund, aber irgendwie mit zu wenig WOW-Effekten und teilweise auch inkonsequent bei den Handlungselementen. Schade, tolle Idee mit schwacher Umsetzung. Ein Buch, dass man lesen kann, es in meinen Augen aber nicht muss.

KarlyKarlyKarly – 3 Karlys

 

Infos zur Reihe

  1. Wintereseele. Kissed by Fear (Some Quiet Place)
  2. ? (Where Silence Gathers)

 

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„Winterseele. Kissed by Fear“ bei Ravensburger

One thought on “[Auf den Punkt gebracht: Tiefgestapelt] Winterseele. Kissed by Fear von Kelsey Sutton

  1. Hallo Anna,

    mir hat die Geschichte ganz gut gefallen. Allerdings konnte die Liebesgeschichte bei mir auch nicht Punkten. Die Emotionslosigkeit fand ich richtig gut umgesetzt. Aber du hast schon recht, es gab einige längere stellen ;-).

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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