[Auf den Punkt gebracht: Tiefgestapelt] Infinity Drake – Scarlattis Söhne von John McNally

Infinity Drake

Infos zum Buch:
Verlag: Loewe Verlag
Seiten: 384
ISBN: 978-3649618652
Erscheinungsdatum: Januar 2015
Originaltitel: Infinity Drake – The Sons of Scarlatti
Übersetzer: Christian Dreller
Reihe: ja (1/3)
Meine Bewertung: 3 Karlys

Inhalt: Infinity Drake (auch Finn genannt) und sein Onkel Al sind auf den Weg in die Ferien. Doch plötzlich wird Al zu einer internationalen Krisenkonferenz berufen: Die Welt steht vor dem Aus. Südlich von London wurde ein Killerinsekt freigelassen – ein Scarlatti. Dieses kleine Wesen könnte innerhalb kürzester Zeit einen großen Teil der Menschheit auslöschen, doch wie findet man etwas so kleines? Indem auch das Einsatzteam geschrumpft wird: Wenig später ist das Einsatzkommando auf seine Mission geschickt worden… nur wo ist Finn?

 

Gute Idee, die leider am Ziel vorbeigeballert ist

 

Der Story-Stapel

Die Handlung bzw. Geschichte zieht sich über viele Seiten und der Autor hat wirklich nichts ausgelassen. Jede Sekunde Handlung (gefühlt) musste beschrieben werden. Egal wohin es ging, es mussten irgendwelche Gefahren auf die kleinen Leute lauern. Diese wurden dann meist recht brutal und ohne zu reflektieren abgeknallt – schade.

Das Ende der Handlung ist bis auf einen letzten Abschnitt für mich rund und abgeschlossen und überhaupt hätte ich mir diese Geschichte lieber als Einzelband gewünscht. Es ist aber eine Trilogie und dies ist nur der erste Streich… ich werde die anderen Bände vermutlich nicht weiterverfolgen.

Der Charakter-Stapel

Infinity Drake bzw. Finn ist ein ganz besonderer Junge – sehr klug für seine zwölf Jahre und wahrlich unerschrocken. Selbst in den heftigsten Szenen denkt er rasiermesserscharf und zaubert die Lösung her. Ein Held wie er im Buche steht also. Für meinen Geschmack war er etwas zu cool und abgebrüht für seine jungen Jahre.

Onkel Al ist cool, mir aber einen Ticken zu „frech“. So wie er mit Premierminister, Kanzler etc. umgeht, ist mir das doch etwas entfernt von der Realität – genialer Wissenschaftler hin oder her. Und auch sonst wirkt er eher etwas weltfremd und abseits jeglicher Realität und Gefühle.

Und dann wäre da noch die Oma. Sie wurde hier sehr in den Mittelpunkt gerückt und hat jeden in Grund und Boden geguckt… äh nein. Für mich ist das absoluter Quatsch. Wir reden hier nicht von Schuljungen, sondern von erwachsenden Männern, Staatchefs etc., die lassen sich von keiner Oma so einschüchtern. Also das war mir zu viel des Guten. Sie hätte ein toller Charakter sein können, aber der Autor hat sie so krass respekteinflössend dargestellt, das es unglaubwürdig und künstlich wurde.

Der Stil-Stapel

Häufig kritisiert wurden die Fußnoten und viele wissenschaftliche Begriffe und Erklärungen – hier sage ich: Toll, gerne mehr davon! Ich mag es total, wenn ich in Büchern noch etwas dazulernen kann und lasse mich auch von komplexeren Erklärungen nicht abbringen. Es könnte aber durchaus, vielleicht vor allem jüngere Leser, stören und im Lesefluss unterbrechen.

Das Geräusche so „laut“ dargestellt wurden oder auch beim Scarlatti das ständige „Kill Kill Kill“ hingegen hat mich gestört und wurde von mir meist überlesen.

Der Kritik-Stapel

Dieses Buch lässt mich recht gesplittert zurück. Es ist hat eine tolle Idee, die schon anders ist und Spaß macht. Aber und das „aber“ muss kommen: Zu sehr Actionfilm, zu brutal und teilweise zu sehr in die Länge gezogen und künstlich aufgepusht. Am Anfang war die Welt in Nano noch sehr faszinierend, aber irgendwann war auch das zu viel am Detail festklebend…

 

Auf den Lesen-Stapel?

Lesenswert? Ja, irgendwie schon, aber eher für Leser, die gerne actiongeladene Bücher lesen, wo es ruhig etwas überzogen zugehen kann und die vor wissenschaftlichen und militärischen Fachbegriffen nicht zurückschrecken. Dieses Buch ist nicht für jedermann und eine direkte Leseempfehlung würde ich nicht aussprechen. Zumal es sehr viele negative Kritikpunkte gibt, die ich diesmal nicht einfach überlesen konnte. Sie haben vielmehr einen schalen Nachgeschmack hinterlassen.

Karly Karly Karly – 3 Karlys

 

Infos zur Reihe:

1. Infinity Drake – Scarlattis Söhne (The Sons of Scarlatti)
2. Infinity Drake – Jagd in der verbotenen (The Forbidden City)
3. ?

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