Alles, was ich sehe - Rezension

[Auf den Punkt gebracht: Hochgestapelt] Alles, was ich sehe von Marci Lyn Curtis

Alles was ich sehe

Infos zum Buch:

Verlag: Königskinder
Seiten: 432
ISBN: 978-3551560223
Erscheinungsdatum: 18. März 2016
Originaltitel: The one Thing
Übersetzer: Nadine Püschel
Reihe: nein
Meine Bewertung: 5 Karlys & Karlys Schätzestapel

Inhalt: Maggie ist blind und hasst dieses Leben. Sie will keine tapfere Kranke sein und schon gar nicht möchte sie sich an das Leben als Blinde gewöhnen. Doch nach einem kleinen Zwischenfall kann sie plötzlich wieder sehen! Wenn auch nur einen kleinen Ausschnitt der Welt: Einen Jungen namens Ben. Durch ihn bekommt sie Teile ihres alten Lebens wieder und als sie dann noch erfährt, dass Bens großer Bruder Mason der Sänger ihrer Lieblingsband ist, scheint alles perfekt. Doch Mason glaubt nicht an Maggies Blindheit und lässt sie abblitzen. Und dann bemerkt Maggie, wieso sie ausgerechnet Ben sehen kann…

 

Perfekt – mitreißend, gefühlvoll und einfach echt

 

Der Story-Stapel

Erster Satz: „Blumensträuße sind nicht so meins. “

Von Anfang an sind wir an Maggies Seite und erleben ihr neues Leben als Blinde. Dabei begegnen wir direkt Ben, der sich direkt in das Herz des Lesers schmilzt und Maggie gleichzeitig wieder etwas Sehen zurück gibt. Mit jeder Seite lernen wir Ben und Maggie näher kennen, bemerken, wir Maggie durch Ben mehr zu sich selbst findet und erfahren dann natürlich auch, dass sein großer Bruder der Sänger von Maggies Lieblingsband ist. Nun ist man als Leser komplett gefesselt und dann bemerkt Maggie plötzlich, wieso sie Ben sehen kann und mit dieser Wendung stürmen so viele Gefühle auf den Leser ein, dass man kaum zum Luftholen kommt. Dennoch schafft es die Autorin, alles wunderbar rund zu schreiben und die Achterbahnfahrt der Gefühle nie vom Weg abkommen zu lassen.

„Ich vermisse diese Minuten in der Abenddämmerung, wo es nicht mehr Tag, aber auch noch nicht Nacht ist. Das ist irgendwie eine magische Zeit, als könnte man so ganz nebenbei etwas Außergewöhnliches vollbringen. Ich vermisse das leuchtende Rot der Sonnenaufgänge. Und Wolken. Sterne. Gott, ich vermisse die Sterne.“ (Seite 157)

Der Charakter-Stapel

Maggie tut sich unglaublich schwer mit ihrer Erblindung. Sie stellt sich quer und bemitleidet sich bzw. trauert der sehenden Zeit hinterher. Und dennoch bekommt sie mit Ben einen Spiegel vorgehalten, der so eindringlich ist, dass sie sich selber sieht… nicht von Außen, sondern tief drinnen. Und damit fängt sie an sich zu verändern – positiv.

Ben, Ben, Ben – ich habe noch nie von einem so guten Charaktere gelesen. Er ist so herzensgut, so weich, so richtig, so wunderbar – die Welt bräuchte mehr Bens und sie wäre ein wunderbarer, friedvoller Ort. Ben ist klein und doch so groß – sein Charakter macht ihn einfach groß, riesig sogar. Er steht nicht im Vordergrund und überstrahlt mit seinem Wesen doch alles.

„Dein absolutes Ding ist nicht eine bestimmte Sache, sondern ganz viele – das du Teil eines großen Ganzen bist, dass du anderen den Ruhm überlässt, dass du so was kannst, stark bist und intelligent -“ Ich schaue zur Decke hoch und blinzelte, weil mir alles vor Augen verschwamm. „Dein absolutes Ding ist die Achtsamkeit, mit der du dich durchs Leben bewegst, weil du nichts und niemanden verletzen willst.“ (Seite 365)

Richtig toll fand ich auch den Charakter der Clarissa, die so lebhaft ist und die zeigt, dass man irgendwie doch mit jedem Päckchen, das man tragen muss, leben und lebensfroh sein kann – wunderbar!

„Ich meine, man nimmt den falschen Bus, fährt ein paarmal in die falsche Richtung, stellt sich immer mal wieder doof an, aber irgendwie kriegt man es hin. Wie das im Leben halt so ist. Oder?“ (Seite 389)

 

Der Stil-Stapel

Poetisch und irgendwie ganz groß. Die ersten Sätze ließen in mir bereits das Gefühl aufkommen, dass ich eine Buchperle in der Hand halte und das wurde mit jeder Seite bestätigt und vor allem bestärkt. Es ist nicht nur eine Perle aus Wörtern, sondern ein Schatz. Ein Buchschatz voller Gefühle, voller Hoffnung und Stärke und voller „Alles“. Weil dieses Buch so viele Themen in sich erhält und trotzdem rund bleibt.

 

Der Kritik-Stapel

Das Buch ist perfekt und jedes weitere Wort wäre hier zu viel.

 

 

Auf den Lesen-Stapel?

Ja, ja, ja – es ist mein Lese-Highlight 2016, es ist ein Buchschatz, das so wunderbar positiv, voller Hoffnung und herzensguter Charaktere ist, dass es die Welt ein Stück besser und heller macht und man durch Ben an das Gute im Menschen glaubt. Lesen – unbedingt lesen – ich kann hier nur eine befehlsartige Leseempfehlung aussprechen, 5 Karlys vergeben und es auf Karlys Schätzestapel packen.

KarlyKarlyKarlyKarlyKarly – 5 Karlys & Karlys Schätzestapel

 

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One thought on “[Auf den Punkt gebracht: Hochgestapelt] Alles, was ich sehe von Marci Lyn Curtis

  1. Oh liebe Anna,

    Das klingt sosososo toll, das ich mich direkt noch viel mehr auf das Buch freue und den Februar kaum mehr erwarten kann. 😉

    Ich hab gerade erst „Wie ich dich sehe“ von Eric Lindstrom gelesen, wo es ebenfalls um eine blinde Protagonistin geht und das mich sehr berührt hat. Bin gespannt ob unser Königskind das noch toppen kann 🙂

    Liebe Grüße Ina

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